Günther Uecker, gebürtiger Mecklenburger und einer der national und international renommiertesten Künstler, feiert heute, am 13.03.2025, in seiner Wahlheimat Düsseldorf seinen 95. Geburtstag.
„Wo die Sprache versagt, da beginnt das Bild“ –
in dieser Aussage von Günther Uecker steckt zugleich die Essenz seines Schaffens, in ihr drückt sich das aus, was bei der Begegnung mit seinen Werken spürbar wird: sie wirken stark und energetisch, berührend und anziehend, aber auch aggressiv und schockierend. In ihnen verdichtet sich die Fülle des Lebens mit seinen unterschiedlichen Facetten.
Für Uecker ist Kunst Medium, ja Sprache, um das Unsagbare, Unfassbare mitteilen zu können, um sich selbst und andere zum stetigen Nachdenken anzuregen, einen Dialog in Gang zu bringen.
Ueckers Werk entwickelte sich nicht linear, sondern beruht auf einem sich ständig wiederholenden Prinzip. Uecker geht es bei seinem Schaffen nicht um eine Weiterentwicklung, sondern darum, wie er es selbst ausdrückt, „mehr sagbar und sichtbar zu machen.“
Dieses Prinzip der Erweiterung auf der Grundlage der Wiederholung wird auch in den Werken selbst deutlich über den häufigen Einsatz von Reihen, zentral fixierten Feldstrukturen und die Motive des Kreisens und Rotierens, – um es mit den Worten Ueckers zu sagen: „das Verwandte taucht in immer wieder neuer Gestalt immer wieder neu auf“.
Uecker ist dennoch nie stehengeblieben, sondern entwickelte sein Werk kontinuierlich weiter, nicht zuletzt durch eine enorme Ausdifferenzierung seiner künstlerischen Sprache: Er beschränkte sich nicht nur auf die Malerei, sondern zeichnete, hämmerte, schrieb, fotografierte, in seinem Werk spielen Klänge und Geräusch, Musik und musikalische Notationen eine Rolle, Uecker drehte Filme und edierte eine Zeitschrift, entwarf Bühnenbilder und Kostüme und schuf ganze Rauminstallationen.
Die ZERO foundation, eine Institution, die unter anderem von den drei ZERO-Künstlern Mack, Piene und Uecker 2008 in Düsseldorf begründet wurde und sich der wissenschaftlichen Aufarbeitung, Präsentation und Kontextualisierung der ZERO-Kunst widmet, organisiert anlässlich des Geburtstags des Künstlers die Ausstellung „In Freundschaft für Günther Uecker“.
Wir freuen uns, dass in der Ausstellung, die bis zum 27.04.2025 in den Räumlichkeiten des Hinterhauses der Hüttenstraße, dem ehemaligen Atelier von Günther Uecker, stattfindet, auch ein Werk von Günther Uecker aus der Sammlung Lenz zu Gast sein darf: Umrahmen, 1972.
Infos zur Ausstellung:
ZERO foundation, Hüttenstraße 104, 40215 Düsseldorf
Laufzeit 14.03.-27.04.2025
Öffnungszeiten: sonntags 13 bis 17 Uhr,
zusätzlich am 14.03. bis 16.03.2025 täglich 13 bis 17 Uhr
sowie während der ART Düsseldorf, 10.04.-13.04.2025, 13 bis 17 Uhr, und der Düsseldorfer Nacht der Museen, 26.04.2025, 19 bis 0 Uhr.



Abbildungen: Hängung des Werks Umrahmen, 1972, in der ZERO Foundation, Düsseldorf © Bildrecht, Wien 2024, Fotos: Ulrike Schmitt